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Bayernjazz – Philosophie
Richtungweisend wirken: Ja. Dogmatisch aus- oder eingrenzen: Nein. Für uns ist Jazz vor allem eine Frage der Perspektive, und von denen gibt es bekanntlich viele. Wir haben unserer Sicht auf den Jazz einen Namen gegeben: Bayernjazz steht für die Überzeugung, dass Jazz nicht nur ein Musikgenre mit vielen Spielarten ist, sondern auch eine Lebenshaltung, die das Recht auf persönliche Freiheit mit einem Bekenntnis zur Gemeinschaft verbindet. Eine solche Überzeugung setzt Bildung voraus, sowohl musikalisch wie auch persönlich. Wir glauben an eine Befähigung zu eigenständigen Entscheidungen auf der Basis eines breiten musikalischen Grundwissens. So früh wie möglich sollte den Menschen sowohl Musik- wie auch Medienkompetenz ohne Scheuklappen vermittelt werden. Spartenzentrierte Indoktrination widerspricht unserem Selbstverständnis. Sich aktiv mit Musik zu beschäftigen fördert auch die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen. Gerade das Singen und Musizieren im Zeichen des Jazz trägt dazu bei, Schlüsselqualifikationen zu entwickeln: Die individuellen Möglichkeiten der Musiker sind hier gepaart mit der Verantwortung für den Bandsound, der überzeugend nur im Team entwickelt werden kann und Kommunikationsbereitschaft voraussetzt. Persönlichkeitsbildung ist der Schlüssel für ein erfülltes Leben. Musik wirkt selbst in Krisenzeiten sinnstiftend – der Jazz fordert von Hörern wie Machern eine Flexibilität und Offenheit, die auch in anderen Lebensbereichen positiv wirken kann. Das Können anderer anzuerkennen, sich immer wieder anspruchsvolle Ziele zu stecken, und Neidkultur entgegen zu wirken, gehört untrennbar zum Bayernjazz. Ehrenamtliches Engagement ist im Jazz in vielen Fällen die Grundlage für Projekte, die anders gar nicht zu realisieren wären. Für uns wird Ehrenamt nicht nur durch unentgeltliche Leistung, sondern auch durch Engagement, Optimismus und aktives Handeln definiert. Wir sehen unsere Aufgaben nicht nur darin zu unterstützen, sondern auch darin, Kooperationen zu verweigern, wenn es an Transparenz und Nachhaltigkeit fehlt. Kultur ist nicht gleichbedeutend mit Kunst. Eine klare Sprache trägt zu klaren Verhältnissen bei. Wir versuchen, mit Vorträgen, Präsentationen und Stellungnahmen unseren Teil dazu beizutragen, rhetorische Nebelwände aufzulösen. Profilbildung heißt für uns, das Bewusstsein für künstlerische Kulturleistungen zu schärfen, aber auch über eine Vorbildfunktion auf die Vermittlung von Werten zu bauen. Teamwork funktioniert am besten mit einer gehörigen Portion Humor, der zusammenschweißt und Energie liefert. Wer im Leben nichts zum Lachen findet ist selber schuld, denn man selbst ist immer eine einträgliche Quelle für unbeschwerte Heiterkeit. Deshalb können wir Eines sicher versprechen: Wir strengen uns weiter an, uns selber nicht so ernst zu nehmen wie die, die den Fehler machten, uns nicht ernst zu nehmen. Es ist viel wertvoller,stets den Respekt der Menschenals gelegentlich ihre Bewunderung zu haben.Jean-Jacques Rousseau aus Émile oder Über die Erziehung |